Apotheke

Diabetesberatung in der Apotheke

Diabetesberatung im stationären Apothekendienst ist ein wichtiger Bestandteil bei der Behandlung und Vorsorge (iStock)

Diabetes gehört zu einer der häufigsten Krankheiten in Deutschland. Laut dem aktuellen Diabetes-Atlas sind rund 7,5 Millionen Menschen in Deutschland von Diabetes mellitus betroffen. Die Zuckerkrankheit bringt unbehandelt schwere Folgeerkrankungen mit sich und kann unter Umständen sogar lebensgefährlich sein. Aus diesem Grund wurde in der Vergangenheit eine zertifizierte Diabetesberatung im stationären Apothekendienst eingeführt. Ein wichtiger Beitrag, der die Apotheker neben den Ärzten, Diabetologen und Diabetesberatern zu einem der wichtigsten Ansprechpartner bei Behandlung und Vorsorge der Zuckerkrankheit macht.

Welche Apotheken bieten eine Diabetesberatung an?

Nur geschulte Experten dürfen eine Diabetesberatung anbieten. Bevor die Apotheke den Beratungsdienst einführen kann, absolviert das Personal eine zertifizierte Weiterbildung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Diabetesberatung (DDG). In einer theoretischen Fortbildung werden Grundlagen bezüglich der Prävention und Betreuung von Diabetes-Patienten erarbeitet. Ergänzt wird der theoretische Teil durch ein Praktikum in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis. Rund 20.000 stationäre Apotheken bieten heute eine Diabetes-Beratung an.

Was leistet die Diabetes-Beratung in der Apotheke?

Eine Studie hat gezeigt, dass durch den Beratungsdienst der Apotheken das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, in den letzten Jahren effektiv gesenkt werden konnte. Das alltagsnahe Beratungsangebot der Apotheken zeigt also Wirkung. Neben der Präventivarbeit umfasst die Diabetes-Beratung in der Apotheke außerdem noch folgende Inhalte:

  • Informationsaustausch über Diabetes Typ 1 und Typ 2 (Insulinwirkung und Auswirkung des Insulinmangels)
  • Informationen zu Folgekrankheiten und Auswirkungen von Diabetes mellitus
  • Informationen zu Blutzuckerwerten
  • Messung des Blutzuckerspiegels und des Blutdrucks
  • Dokumentation der Messergebnisse
  • Spezifische Ernährungsberatung für Diabetespatienten
  • Informationen über Hilfs- und Arzneimittel für Diabetiker
  • Kenntnisse über Neben- und Wechselwirkungen von Antidiabetika
  • Hilfe zum Selbstmanagement: Sport und Ernährung
  • Informationen über technische Geräte zur Überwachung der Blutwerte: Teststreifen, Pens, Blutdruckmessgeräte
  • Überprüfung des eigenen Blutzuckermessgeräts für zu Hause

Zuckerkrankheit: Was ist das eigentlich genau?

Die geschulten Apotheker bieten eine umfassende Beratung zum Thema Diabetes (iStock)

Bei Diabetes mellitus handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit. Man differenziert zwischen Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Die Unterschiede:

Patienten des Diabetes Typ 1 produzieren kein Insulin mehr. Es kommt fortlaufend zur Zerstörung aller Insulinzellen, die den Transport der Zuckermoleküle im Körper regeln. Häufigste Symptome des unbehandelten Diabetes Typ 1 sind unter anderem starker Durst, vermehrtes Wasserlassen, Müdigkeit und Gewichtsverlust.

Eine Diabetes Typ 2 Erkrankung bezeichnet eine angeborene oder erworbene verringerte Insulinempfindlichkeit der einzelnen Körperzellen, was zu einem erhöhten Zuckerspiegel im Blut führt. Das Insulin wird zwar produziert, die Insulinresistenz verhindert jedoch, dass die Zuckermoleküle in die einzelnen Zellen gelangen. Sie verbleiben im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt. Häufig sind Betroffene von Diabetes mellitus Typ 2 übergewichtig.

Schleichende Gefahr: Folgeerkrankung von Diabetes mellitus

Oft entwickelt sich eine Diabetes-Erkrankung schleichend, sie kann deshalb lange unbemerkt bleiben.  Je früher die Krankheit festgestellt wird, desto besser gelingt es, den Folgeerkrankungen vorzubeugen. Darunter zählen unter anderem:

  • Schädigung der Blutgefäße (Gefäßverengung, „Gefäßverkalkung“)
  • Nervenschädigungen (verringertes Schmerzempfinden)
  • Nierenschädigung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Nachlassen der Sehkraft

Quellen:

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