Apotheke

Blutzucker messen in der Apotheke

Diabetes Typ 2 gehört zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland – bei der eine rechtzeitige Vorsorge maßgeblich zur Verbesserung beitragen kann. Daher sollte man einmal im Jahr seine Blutzuckerwerte kontrollieren lassen.

Blutzucker messen in der Apotheke
Diabetes Typ 2 ist einer der häufigsten Erkrankungen in Deutschland, weshalb die jährliche Kontrolle der Blutzuckerwerte von hoher Bedeutung ist. (iStock)

Schnell und unkompliziert bieten die meisten stationären Apotheken eine kostengünstige Blutzuckermessung an. Die Vorteile: Anwendungsfehler können so vermieden werden und je nach Ergebnis steht der Apotheker dem Patienten bei der Folgebehandlung auch weiterhin beratend zur Seite. In den allermeisten Fällen bieten die Apotheken eine zertifizierte Diabetes-Beratung an.

Blutzuckermessung: Diese Warnsignale sollten Sie kennen

Diabetes gilt zwar als Volkskrankheit, wird allerdings häufig nicht rechtzeitig erkannt, da die Symptome zu unspezifisch sind. Bestimmte Warnsignale können jedoch Hinweis darauf geben, dass eventuell ein Diabetes-Risiko besteht. Bei folgenden Merkmalen gilt es daher, besonders aufmerksam zu sein:

  • Häufig großer und langanhaltender Durst
  • Ständige Heißhungerattacken
  • Juckreiz
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Sehschwäche
  • Bleierne Müdigkeit

Vor allem Risikogruppen mit Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten und wenig Bewegung sollten ihre Blutzuckerwerte im Hinblick auf ein erhöhtes Diabetes-Risiko kontrollieren lassen.

Blutdruck messen in der Apotheke: So funktioniert‘s

In der Regel wird der Blutzuckerspiegel auf nüchternen Magen gemessen. Bevor das Blut aus der Fingerkuppe entnommen wird, fragt Sie der Apotheker, wann Ihre letzte Mahlzeit war und notiert die Information auf einen Auswertungsbogen. Wichtig ist, dass der Kunde sich im Vorfeld die Hände gewaschen hat – möglichst mit warmen Wasser, um die Durchblutung anzuregen – damit keine Creme-Reste oder andere Rückstände an den Fingern haften. Die Hände sollten im Anschluss gut getrocknet werden, da Feuchtigkeit das Messergebnis verfälschen kann.
Nun kann die Blutzuckermessung beginnen. Dabei entnimmt der Apotheker einen kleinen Blutstropfen seitlich der Fingerbeere an der Fingerkuppe. Hierzu wird mit einer Lanzette in den Finger gestochen, sodass ein Blutstropfen fließt. Wenn kein Blut fließt, streicht der Apotheker den Finger von der Handfläche bis zur Fingerkuppe langsam aus. Der erste Blutstropfen der erscheint, wird dann meisten weggestrichen und der zweite Blutstropfen für die Messung der Blutzuckerwerte verwendet. Nun kann der Blutstropfen auf dem Teststreifen, der zuvor vom Apotheker im Blutdruckmessgerät eingelegt wurde, aufgetragen und die Ergebnisse angezeigt werden. Die Untersuchungsergebnisse werden auf einem Ergebnisblatt dokumentiert, zur Einordnung der Messergebnisse.

Je nach Ergebnis steht der Apotheker dem Patienten bei der Folgebehandlung auch weiterhin beratend zur Seite. (iStock)

Blutzuckerwerte richtig messen: Was bedeuten meine Messwerte?

Bei einer Messung auf nüchternen Magen liegen die normalen Blutzuckerwerte zwischen 65-100 mg/dl (Miligramm pro Deziliter) oder je nach Messangabe zwischen 3,5 bis 5,5 mmol/l (millimol pro Liter). Bei Werten über 100 mg/dl oder 7,0 mmol/l besteht Verdacht auf Diabetes. In diesem Fall wird der Apotheker Sie an einen Arzt weiterleiten, der eine weitere Blutuntersuchung (Glukosetoleranztest) durchführt, um zu kontrollieren, wie der Körper auf zugeführten Zucker reagiert.

Wie viel kostet eine Blutzuckeruntersuchung in der Apotheke?

Die Blutzuckermessung in der Apotheke wird in der Regel gegen eine kleine Service-Gebühr (unter fünf Euro) durchgeführt.

Verdacht auf Diabetes: Und jetzt?

Hat sich der Verdacht auf Diabetes bestätigt, kann in den allermeisten Fällen der Patient auch weiterhin in der Apotheke speziell beraten werden. Viele Apotheken bieten eine umfangreiche Diabetes-Beratung an. So kann zum Beispiel vor allem Diabetes Typ 2 durch Änderung des Ernährungs- und Lebensstils verbessert werden. Außerdem kann der Apotheker bei wichtigen Fragen rund um Diabetes beratend zur Seite stehen – zum Beispiel bei der Blutzuckermessung zu Hause.

Blutzuckermessen für Diabetiker: So hilft der Apotheker

Als Diabetes-Patient ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte unerlässlich. Diabetiker, die ihr eigenes Messgerät zur Anwendung zu Hause besitzen, können sich vom Apotheker darüber beraten lassen, wie man seine Blutzuckerwerte im Selbsttest misst. In einer Step-by-Step-Anwendung zeigt das pharmazeutische Personal, wie eine Blutzuckermessung richtig durchgeführt wird.
Wichtig dabei zu beachten sind außerdem folgende Fragen:

  • Wird der Blutzuckerwert immer mit dem gleichen Gerät gemessen?
  • Ist das Messgerät richtig eingestellt/codiert?
  • Welche Messeinheit wird gewünscht bzw. angezeigt?
  • Sind die Teststreifen richtig gelagert und noch haltbar?
  • Ist das Gerät vor der Verwendung ausreichend gereinigt?
  • Muss gegebenenfalls die Batterie gewechselt werden?

Die Blutzuckermessung wird für die allermeisten Patienten übrigens nicht als nicht sehr schmerzend empfunden.

Quelle:

  • Leitlinie: Physiologisch-chemische Untersuchungen – Durchführung von Blutuntersuchungen, in: www.abda.de, Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.VBlutzucker_messen