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Reise-Apotheke: Das sollten Sie für den Urlaub einpacken

Wer eine Reise plant, der sollte für einen etwaigen Krankheitsfall gut vorbereitet sein. Schließlich möchte man gerade im Urlaub, dass es einem schnell wieder gut geht. Je nach Urlaubsziel und Reiselänge sollte man sich im Vorfeld eine individuelle Reiseapotheke zusammenstellen. Denn nicht immer sind die notwendigen Medikamente im jeweiligen Urlaubsland vorrätig oder zugelassen. Auch besteht in einigen Reiseländern die Gefahr, dass statt dem Original-Arzneimittel ein gefälschtes Arzneimittel an den Kunden verkauft wird.

Was gehört in eine gute Reiseapotheke?

Eine umfassende Reiseapotheke enthält zunächst einmal alle Arzneimittel, die auch in eine Hausapotheke (Verlinkung) gehören. Welche das sind – und ob für das bestimmte Reiseziel spezielle Arzneimittel besonders empfohlen werden – darüber informiert der Apotheker in einer ausführlichen Reise-Beratung. Wer zum Beispiel eine Fernreise nach Kenia oder Australien plant, muss sich auf andere Anforderungen einstellen als bei einem Familien-Urlaub an der Ostsee oder einen Städtetrip innerhalb Europas – zum Beispiel auf mehr Insekten und unsauberes Trinkwasser.

Für Personen mit chronischen Beschwerden ist eine gründliche Reisevorbereitung besonders wichtig. Bereits vor Reiseantritt sollte die medikamentöse Versorgung sichergestellt und die vom Arzt verordneten verschreibungspflichtige Arzneimittel für den Reisezeitraum in der Apotheke des Vertrauens erworben  werden. Damit auch der Apotheker weiß, welche Anforderungen an die individuelle Reiseapotheke gestellt werden, kann das Anfertigen einer Checkliste helfen.

Reiseapotheke-Checkliste

Das gehört alles in eine gute Reiseapotheke:

  • Schmerzmittel und fiebersenkende Arzneimittel
  • Arzneimittel gegen Erkältung, Halsschmerzen, Husten und Schnupfen Arzneimittel bei Verdauungsbeschwerden
  • Arzneimittel gegen Reiseübelkeit
  • Allergie-Arzneimittel (Antihistaminika)
  • Arzneimittel gegen Lippenherpes
  • Ohrentropfen (bei Tauchurlauben)
  • Abschwellendes Nasenspray
  • Mittel bei Sonnenbrand und Insektenstichen
  • Wund- und Heilsalbe

Sonstige Bestandteile der Reiseapotheke

  • Desinfektionsmittel
  • Sonnenschutzmittel
  • Insektenschutzmittel
  • Digitales Fieberthermometer
  • Erste-Hilfe-Set für Verletzungen
  • Sicherheitsnadeln
  • Zecken-Pinzette
  • Schere
  • Einmalhandschuh
  • Verbandmaterial: Elastische Binden und Mullbinden, Heftpflaster, Blasenpflaster, Wundkompressen, Brandwunden-Verbandpäckchen

Bei Fernreisen insbesondere in tropische Länder sollten folgende Inhalte ebenfalls vorrätig sein:

  • Moskitonetz
  • Trinkwasserdesinfektionsmittel

Bei Fernreisen sollten folgende Inhalte ebenfalls vorrätig sein:

  • Moskitonetz
  • Trinkwasserdesinfektionsmittel

Reiseapotheke für Babys und Kinder

Familien mit Kindern sollten bei der Reiseapotheke darauf achten, dass die Arzneimittel und medizinischen Hilfsmittel für eine kindgerechte Versorgung geeignet sind.

Beim Insektenschutz darf die Dosierung bei Kindern beispielsweise nicht zu hoch sein. Auch beim Sonnenschutz ist bei Kindern eine besondere Sorgfalt gefragt. Verwendet werden sollten Cremes mit hohem UV-A und UV-B-Lichtschutzfaktor (ab LSF 30 aufwärts).

Lagerung und Transport der Arzneimittel: Darf meine Reiseapotheke mit ins Flugzeug?

Ist die Grundausstattung für die Reiseapotheke zusammengestellt, bleibt noch die Frage nach dem Transport und der Lagerung. Dürfen Fiebertabletten, Hustensaft und Co. bei einer Flugreise mit ins Handgepäck? Ja, grundsätzlich dürfen Arzneimittel im Handgepäck geführt werden. Es ist sogar ratsam, die Reiseapotheke im Handgepäck zu verstauen, falls die Koffer bei der Durchreise verloren gehen. Bei einigen Arzneimitteln ist jedoch besondere Vorsicht geboten.

Vorsicht bei …

  • verschreibungspflichtigen Arzneimitteln: Sie benötigen eine besondere Bescheinigung des Arztes. Fragen Sie einfach bei Ihrem behandelnden Arzt nach, ob eine Bescheinigung notwendig ist. Weitere Informationen finden Sie auch auf der Internet-Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte sowie beim Auswärtigen Amt. Die speziellen Arzneimittel-Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes sollten ebenfalls im Vorfeld bei der jeweiligen diplomatischen Vertretung des Reiselandes erfragt werden.
  • zu viel Flüssigkeit: Laut den EU-Handgepäcksrichtlinien gilt eine Flüssigkeitsbegrenzung von 100 Millilitern. Da die meisten Arzneimittel mehr als 100 Milliliter umfassen, dürfen diese nicht im Handgepäck geführt werden.
  • temperatursensiblen Mitteln: Kühlungsbedürftige Arzneimittel wie Insulin werden von der Apotheke mit einer gesonderten Transportverpackung dem Patienten übergeben, so dass die Kühlkette während des Fluges nicht unterbrochen wird. Bevor die Urlaubsreise angetreten wird, sollte man sich außerdem immer über die jeweiligen Zollvorschriften informieren. Für Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens gelten die gleichen Einfuhrbestimmungen für Arzneimittel. Bei Interkontinental-Reisen sollten Sie im Vorfeld kontrollieren, welche Zollvorschriften für das jeweilige Land einzuhalten sind (weitere Infos unter www.zoll.de).

Andere Länder, andere Beschwerden: Impfungen vor der Auslandsreise

Gut ausgerüstet und abflugbereit? Nicht bei allen Beschwerden kann eine schnelle Erstversorgung Linderung verschaffen. Wer eine Reise ins Ausland plant, sollte sich über spezielle Impfvorschriften informieren. Während Impfungen in einigen Ländern nur prophylaktisch empfohlen werden, verhängen andere Staaten bei fehlender Impfung sogar eine Einreisesperre. Ob es eine Impfvorschrift für Ihren Auslandsaufenthalt im gewünschten Urlaubsort gibt, darüber informiert das Auswärtige Amt (weitere Infos unter www.auswärtiges-amt.de).


Quellen:

  • Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.
  • Centrum für Reisemedizin
  • ADAC
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
  • www.zoll.de
  • Auswärtiges Amt

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