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Apotheken-ABC: Wie lange ist ein Rezept gültig?

Wer bei gesundheitlichen Beschwerden einen Arzt aufsucht, kommt häufig mit einem Rezept in der Hand wieder nach Hause. Je nach Farbe des Rezeptes gibt es eine unterschiedliche Gültigkeitsdauer – die man unbedingt kennen sollte.

Entscheidend ist die Farbe und Art des Rezeptes. Wer ein Gelbes Rezept erhält, sollte bei der Einlösung in der Apotheke zum Beispiel besonders schnell sein. Gesetzlich Versicherte, die ein rotes Rezept erhalten, haben hingegen ein wenig länger Zeit. Aber wie lange genau sind die verschiedenen Rezepte eigentlich gültig?

Rotes Rezept

Ein rotes oder auch rosafarbenes Rezept (Verlinkung) erhält man vom Arzt in der Regel, wenn man bei der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist. Dieses Rezept ist einen Monat lang gültig. Hat man den Zeitraum überschritten, muss der Arzt ein neues Rezept ausstellen.

Grünes Rezept

Unbegrenzt Zeit hat man hingegen, wenn man vom Arzt ein grünes Rezept (Verlinkung) erhält. Mit dem grünen Rezept empfiehlt der Mediziner lediglich ein Arzneimittel, welches generell nicht verschreibungspflichtig – jedoch apothekenpflichtig – ist. Der Patient kann das gewünschte Arzneimittel also auch ohne das Rezept jederzeit in der Apotheke kaufen.

Blaues Rezept

Ein blaues Rezept (Verlinkung) wird vornehmlich für Privatpatienten ausgestellt. Es muss innerhalb von drei Monaten eingelöst werden, es sei denn, der Arzt macht weitere Angaben.

Gelbes Rezept

Das Gelbe Rezept (Verlinkung) wird vom Arzt ausgestellt, wenn Betäubungsmittel verschrieben werden. Es wird auch BtM-Rezept genannt. Bei solchen Verschreibungen muss man besonders schnell sein. Es ist nämlich nur acht Tage lang gültig. Dabei ist darauf zu achten, dass zu den acht Tagen sowohl das Ausstellungsdatum als auch Sonn- und Feiertage zählen. Die Einlösung bei der Apotheke sollte also relativ zügig erfolgen.

Weißes Rezept

Ein weißes Rezept kommt nur dann zum Einsatz, wenn der Arzt Arzneimittel mit den Wirkstoffen Thalidomid, Pomalidomid und Lenalidomid verschreibt. Diese Wirkstoffe wirken sich bei Schwangeren negativ auf die Entwicklung des Embryos aus. Das weiße Rezept muss innerhalb von sechs Tagen eingelöst werden.

Entlassungsmanagement

Nach einem Krankenhausaufenthalt wird dem Patienten häufig ein Entlassrezept zur weiteren Versorgung mitgegeben. Der Unterschied zu einem „normalen“ blauen oder rosafarbenem Rezept besteht darin, dass auf dem Rezept der Hinweis „Entlassmanagement“ vermerkt ist. Das Entlassrezept ist in der Regel drei Werktage inklusive des Ausstellungsdatums gültig. Die Verwendung des Entlassrezept wurde erst zum 1. Oktober 2017 eingeführt, um eine bessere Arzneimittelversorgung von Patienten zu gewährleisten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden.


Quellen:

  • Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände e.V., www.abda.de, Abrufdatum: 26.09.2019
  • Bundesministerium der Justiz und Verbraucherschutz: Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV)
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)