Apotheke

Corona macht rücksichtsvoller: Apotheke wird immer wichtiger

Die zweite Corona-Welle ist kaum mehr aufzuhalten, darüber sind sich Virologen, Ärzte und Politiker einig. Nur mit welcher Wucht die Welle auf uns zugerollt kommt, können wir jetzt noch beeinflussen. Schaut man hierzu auf die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten Gesundheitsmonitor-Studie des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller, lässt sich mit vorsichtiger Zuversicht sagen, dass die deutsche Bevölkerung aus der Corona-Pandemie ihre Lehren gezogen hat und dem Thema Gesundheit und der Apotheke nun einen höheren Stellenwert beimisst. Immerhin zählt sich rund die Hälfte der Deutschen zur Corona-Risikogruppe und sollte demnach besonders vorsichtig sein.

Apotheker berät Kunden in der Apotheke
Bei Gesundheitsthemen informiert sich die deutsche Bevölkerung gerne in der Apotheke. Der Apotheker berät ganzheitlich und ist eine beliebte Anlaufstelle. Foto: AdobeStock / hedgehog94

So geben zwei Drittel der über 1.000 Befragten an, dass die eigene Gesundheit und die ihrer Mitmenschen bei ihnen in den letzten Monaten in den Mittelpunkt gerückt sind. Das Erstaunliche daran ist, dass sogar acht von zehn Personen angeben, dass sie seit der Corona-Pandemie mehr Rücksicht auf andere Personen und deren Gesundheit nehmen, Corona macht sie rücksichtsvoller. Sieben von zehn Personen gehen nun auch bewusster mit ihrer eigenen Gesundheit um.

Achtsamkeit und Rücksicht sind wichtiger geworden

Befragte, die mit Familienmitgliedern wie dem Ehepartner, den Kindern oder auch den eigenen Eltern in einem Haushalt leben, ist der rücksichtsvolle Umgang mit der eigenen Gesundheit etwas wichtiger als Personen, die alleine leben. Die Sensibilität und das Bewusstsein dafür, dass man im Krankheitsfall auch andere, im Zweifel sogar zur Risikogruppe zählende Angehörige, anstecken könnte, ist gewachsen. Der positive Corona-Nebeneffekt: Achtsamkeit und Rücksicht haben während der Krise einen höheren Stellenwert im Zusammenleben eingenommen – Corona macht rücksichtsvoller.

So möchte sich zukünftig ein Drittel der Deutschen genauer über Gesundheitsthemen informieren und rund 45 Prozent möchten mehr Informationsangebote mit gesundheitlichem Bezug wahrnehmen.

Die Apotheke ist die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen, sie gewinnt an Stellenwert.

Wenn es um die Beratung rund ums Thema Gesundheit und Wohlbefinden geht, wird diese bevorzugt in der Apotheke eingeholt. Schon während des Lockdowns haben knapp 70 Prozent der Befragten eine Apotheke vor Ort aufgesucht. Rund ein Drittel der befragten Apothekenkunden wäre in normalen Zeiten zum Arzt gegangen, fühlte sich aber auch in der Apotheke gut beraten. Zudem empfanden die Apothekenbesucher, dass sich die Apothekerin oder der Apotheker für ihr Anliegen ausreichend Zeit genommen hat.

Die Apotheke mit einem großem Beratungsangebot hat einen hohen Stellenwert
In der Gesundheitsmonitor-Umfrage des BAH geben 64 Prozent der Befragten an, dass die Apotheke einen höheren Stellenwert eingenommen hat.

Personen, die sich selbst zur Risikogruppe zählen, haben Apotheken am häufigsten aufgesucht. In Arztpraxen musste man sich während des Lockdowns telefonisch anmelden und konnte nur auf diese Weise ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt bekommen. Bei leichten Erkrankungen, die sich auf einfachem Weg selbst behandeln lassen, wurde die Apotheke als erste heilberuflich beratende Instanz eine attraktive Anlaufstelle.

Dies spiegeln auch die Zahlen der Befragung wider: 70 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass sich in der Corona-Krise gezeigt hätte, wie durchaus wichtig es sei, eine Apotheke in der Nähe zu haben. Zwei Drittel der Deutschen gaben an, dass die Apotheke in der Corona-Krise als gutes und einfach zugängliches Beratungsangebot einen höheren Stellenwert erhalten hätte.